Der privilegierte Zugriff von extern stellt viele Firmen vor Herausforderungen. Externe Mitarbeitende müssen verwaltet und der Zugriff bereitgestellt werden. Dabei kann die Übersicht schnell verloren gehen und die Nachvollziehbarkeit ist nicht mehr gewährleistet.
Privileged Remote Access (PRA): sicherer externer Zugriff ohne VPN
Sicherer Zugriff von Extern ohne VPN mit Privileged Remote Access (PRA)
Um die Fernwartung zu ermöglichen, werden heute meist VPN Zugänge an externe Dienstleister vergeben, um sich direkt ins Firmennetzwerk einzuwählen. Neben dem administrativen Aufwand birgt ein VPN Zugriff auch Gefahren. So verweist das Nationale Zentrum für Cybersicherheit der Schweiz (NCSC) darauf, dass ein Fernzugang via VPN ein häufiges Einfallstor für Malware ist (NCSC 2021). Zudem las man in den vergangenen Monaten vermehrt von Supply Chain Attacks, bei welchen Schadsoftware beispielsweise durch ungesicherte Geräte der Dienstleister eingeschleust wurden. Externe Mitarbeitende benötigen für ihre Tätigkeit häufig privilegierte Accounts. Viele Firmen möchten die externen Zugriffe auch kontrollieren können. Auf externe Mitarbeitende und Dienstleister zu verzichten, ist für die meisten Firmen keine Option. Damit der Zugriff jedoch abgesichert ist und bei Bedarf überprüft werden kann, bietet sich die Lösung Privileged Remote Access (PRA) von BeyondTrust an.
Welche Sicherheitsrisiken durch unkontrollierte Fernzugriffe entstehen
Unkontrollierte Remote-Zugriffe zählen heute zu den häufigsten Ursachen für kompromittierte privilegierte Konten und laterale Bewegungen im Netzwerk. Besonders kritisch sind dauerhaft aktive Zugänge, gemeinsam genutzte Administrator-Konten und fehlende Sitzungsüberwachung bei externen Dienstleistern. Angreifer nutzen solche Schwachstellen gezielt aus, um sich unbemerkt innerhalb kritischer Systeme auszubreiten. Privileged Remote Access (PRA) reduziert dieses Risiko durch zeitlich begrenzte Verbindungen und eine klare Trennung privilegierter Zugriffe. Dadurch wird der Zugriff nicht nur sicherer, sondern auch nachvollziehbarer und besser kontrollierbar.
Funktionsweise von Privileged Remote Access (PRA)
Privileged Remote Access (PRA) bietet einen sicheren Zugriff von ausserhalb des Netzwerks auf schützenswerte Geräte, wobei die Lösung auf einer gehärteten Appliance läuft. Damit eine Verbindung hergestellt werden kann, muss lediglich der Port 443 als Outbound Verbindung definiert werden. Die Firewall kann somit gegen aussen komplett abgeschottet werden. Durch den Genehmigungsworkflow können Zugänge on-demand freigeschalten werden und müssen nicht immer aktiv sein. Zudem können, bei Bedarf, die Sessions aufgezeichnet werden. Mit der Vault Funktion ist es möglich, den Benutzern einen Account bereitzustellen, ohne das Passwort zu geben. Der Account ist damit besser vor einem möglichen Missbrauch geschützt, da das Passwort nach der Verwendung automatisch durch das System geändert werden kann.
Vorteile von agentenlosen Remote-Zugriffen für externe Partner
Agentenlose Zugriffskonzepte vereinfachen die sichere Zusammenarbeit mit Lieferanten, Integratoren und externen Support-Teams erheblich. Unternehmen müssen keine zusätzliche Software auf fremden Geräten installieren und reduzieren dadurch Betriebsaufwand und Sicherheitsrisiken. Der Zugriff erfolgt zentral über definierte Sitzungen und kontrollierte Verbindungswege innerhalb der bestehenden Sicherheitsarchitektur. Gleichzeitig lassen sich Berechtigungen flexibel und zeitlich begrenzt vergeben. Dadurch verbessert sich sowohl die Benutzerfreundlichkeit als auch die operative Sicherheit im externen Zugriff.
Wie Session Recording die Nachvollziehbarkeit verbessert
Viele regulatorische Anforderungen verlangen heute eine vollständige Nachvollziehbarkeit privilegierter Aktivitäten auf kritischen Systemen. Privileged Remote Access ist ein Bestandteil von Privileged Access Management (PAM) und ermöglicht die lückenlose Aufzeichnung und Überwachung sämtlicher administrativer Sitzungen in Echtzeit. Unternehmen erkennen dadurch verdächtige Aktivitäten schneller und können Sicherheitsvorfälle effizienter analysieren. Zusätzlich entstehen belastbare Audit-Trails für interne Governance- und Compliance-Anforderungen. Besonders in regulierten Branchen verbessert dies die Revisionssicherheit erheblich.
Warum Privileged Remote Access klassische VPN-Zugriffe ersetzt
Klassische VPN-Lösungen erweitern das interne Netzwerk oft unnötig bis auf externe Geräte und erhöhen dadurch die Angriffsfläche erheblich. Privileged Remote Access verfolgt einen anderen Ansatz und ermöglicht gezielte Sitzungen auf definierte Systeme ohne vollständigen Netzwerkzugriff. Externe Partner, Dienstleister oder Support-Teams erhalten nur temporäre und kontrollierte Berechtigungen für konkrete Aufgaben. Gleichzeitig lassen sich Sitzungen vollständig protokollieren, überwachen und revisionssicher dokumentieren. Unternehmen reduzieren dadurch Sicherheitsrisiken deutlich und verbessern gleichzeitig Transparenz sowie Governance im externen Zugriff.
Privileged Remote Access (PRA) als Bestandteil einer Zero-Trust-Architektur
Zero-Trust-Modelle basieren auf dem Prinzip, keinem Benutzer oder Gerät grundsätzlich zu vertrauen – unabhängig vom Standort. Privileged Remote Access unterstützt diesen Ansatz durch kontextbasierte Authentifizierung und minimale Rechtevergabe für externe Zugriffe. Jeder Zugriff wird individuell geprüft, autorisiert und auf definierte Zielsysteme eingeschränkt. Gleichzeitig verhindern isolierte Sitzungen den direkten Netzwerkzugang externer Benutzer in sensible Infrastruktursegmente. Dadurch wird PRA zu einem zentralen Baustein moderner Zero-Trust- und IAM-Strategien.
Sichere privilegierte Fernzugriffe auf OT-Umgebungen
OT-Umgebungen stellen hohe Anforderungen an kontrollierte privilegierte Zugriffe durch externe Hersteller oder Wartungspartner. Gleichzeitig erhöhen unkontrollierte Fernwartungszugänge das Risiko für Produktionsausfälle und Sicherheitsvorfälle erheblich. Privileged Remote Access ermöglicht sichere und nachvollziehbare Verbindungen auf industrielle Systeme, ohne sensible OT-Netzwerke direkt freizugeben. Unternehmen verbessern dadurch Sicherheit, Compliance und Betriebsstabilität gleichermassen. Wie PAM zusätzlich industrielle Infrastrukturen absichert, zeigen wir im Expertenbericht zu PAM in OT.
Warum Privileged Remote Access (PRA) besonders für Multi-Cloud-Umgebungen geeignet ist
Moderne Unternehmen betreiben privilegierte Systeme heute gleichzeitig in On-Premises-, Private-Cloud- und Public-Cloud-Umgebungen. Dadurch entstehen komplexe Zugriffsmodelle über unterschiedliche Plattformen, Sicherheitsrichtlinien und Administrationswerkzeuge hinweg. Privileged Remote Access zentralisiert privilegierte Verbindungen über diese heterogenen Infrastrukturen hinweg in einer kontrollierten Zugriffsebene. Sicherheitsrichtlinien, Authentifizierung und Sitzungsüberwachung bleiben dadurch konsistent – unabhängig vom jeweiligen Cloud-Anbieter. Unternehmen schaffen so eine skalierbare Sicherheitsarchitektur für hybride und Multi-Cloud-basierte Betriebsmodelle.
Kombination von Privileged Remote Access (PRA) mit Just-In-Time (JIT) Access
Dauerhaft privilegierte Berechtigungen widersprechen modernen Sicherheitsstrategien und erhöhen die Angriffsfläche erheblich. Die Kombination von Privileged Remote Access mit Just-In-Time Access reduziert dieses Risiko durch temporäre und kontextbezogene Rechtevergaben. Benutzer erhalten privilegierten Zugriff nur für eine definierte Aufgabe und einen klar begrenzten Zeitraum. Nach Abschluss der Sitzung werden Berechtigungen automatisch entzogen oder deaktiviert. Unternehmen setzen dadurch konsequent das Least-Privilege-Prinzip um und verbessern gleichzeitig Compliance sowie operative Kontrolle.
Wie IPG den Kundensupport dank Privileged Remote Access (PRA) verbessert
Auch die IPG setzt auf Privilged Remote Access (PRA), um den Zugang auf Kundenumgehungen zu erleichtern und die Sicherheit zu erhöhen. Neben der massiven Erhöhung der Sicherheit entfallen dadurch auch langwierige Onboarding-Prozesse, die daraus resultierenden Wartezeiten für eine Bereitstellung des Zugriffes und die damit einhergehenden Kosten auf Kundenseite.
Konkret installiert der Kunde einen Agenten auf einem Server innerhalb seines Netzwerkes. Dieser stellt eine Outbound Verbindung zu der gehärteten PRA-Appliance her. Der IPG Operator verbindet sich ebenfalls auf die Appliance, wobei sein Login mit einem zweiten Faktor geschützt ist. Der Zugriff auf die Kundenumgebung erfolgt anschliessend über diese Appliance. Da die Verbindung vom installierten Agenten initiiert wird, muss der Operator keine VPN Verbindung herstellen und es müssen keine Ports in Richtung internem Netzwerk geöffnet werden. Die Appliance stellt dabei sicher, dass nur zugelassene Personen Zugriff erhalten. Weiter werden aller Zugriffe protokolliert und bei Bedarf werden die Sessions der Operatoren aufgezeichnet. Die Zugriffe werden regelmässig durch den IPG internen Rezertifizierungsprozess überprüft. Durch die Aufzeichnung der Sessions sowie durch den Rezertifizierungsprozess ist die Nachvollziehbarkeit jederzeit gewährleistet. Das On- und Offboarding wird über das IAM System von IPG durchgeführt, was zu einer weiteren Effizienzsteigerung führt. Zudem werden nicht benötigte Zugriffe automatisch abgebaut.
Kontrolle darüber, ob Menschen oder KI-Systeme auf privilegierte Systeme zugreifen
Mit der zunehmenden Nutzung von KI-Agenten und automatisierten Betriebsprozessen wächst die Bedeutung kontrollierter privilegierter Zugriffe erheblich. Unternehmen müssen nachvollziehen können, ob ein menschlicher Administrator oder ein automatisiertes System auf kritische Ressourcen zugreift. Privileged Remote Access ermöglicht eine klare Trennung, Identifikation und Protokollierung aller privilegierten Sitzungen unabhängig vom Zugriffstyp. Dadurch entstehen belastbare Audit-Trails für Governance, Security Operations und regulatorische Nachweise. Besonders in hybriden Betriebsmodellen verbessert dies Transparenz, Verantwortlichkeit und Vertrauen in automatisierte Infrastrukturprozesse.
Unterstützung regulatorischer Anforderungen wie NIS2, DORA oder ISO 27001
Regulatorische Vorgaben verlangen zunehmend nachvollziehbare, kontrollierte und dokumentierte privilegierte Zugriffe auf kritische Systeme und Daten. Anforderungen aus NIS2, DORA, ISO 27001, TISAX oder dem European Health Data Space (EHDS) adressieren insbesondere Zugriffssicherheit und Nachvollziehbarkeit administrativer Aktivitäten. Privileged Remote Access unterstützt diese Anforderungen durch zentrale Authentifizierung, Sitzungsüberwachung und revisionssichere Protokollierung privilegierter Zugriffe. Unternehmen verbessern dadurch ihre Audit-Fähigkeit und reduzieren regulatorische Risiken deutlich. Gleichzeitig entsteht eine belastbare Grundlage für moderne Governance- und Compliance-Programme.
Wie Privileged Remote Access (PRA) schnell messbaren ROI erzeugt
Privileged Remote Access verbessert nicht nur die Sicherheit, sondern reduziert gleichzeitig operative Aufwände im täglichen Betrieb deutlich. Unternehmen kontrollieren externe Dienstleister zentral und vermeiden unklare Zugriffe, ineffiziente Freigabeprozesse oder manuelle Nachkontrollen administrativer Tätigkeiten. Durch vollständige Sitzungsprotokollierung lassen sich Tätigkeiten präzise nachvollziehen und fehlerhafte oder überhöhte Timesheets einfacher überprüfen. Gleichzeitig sinken Reiseaufwände und Betriebsunterbrüche durch sichere Remote-Wartung erheblich. Viele Organisationen erreichen dadurch bereits innerhalb kurzer Zeit einen messbaren organisatorischen und finanziellen Mehrwert.
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Als Business Partner bietet die IPG-Gruppe IAM-Leistungen aus einer Hand und stellt jederzeit eine Sicht aufs Ganze sicher. Wir begleiten Sie bei Ihrem Identity & Access Management Projekt von der ersten Planung, über die Implementierung bis zum Betrieb.