Für Hachenberger zeigt sich Innovation in ihrer Anwendung und in dem Nutzen, den sie stiftet. Eine gute Idee allein reicht ihm nicht. Seit Januar 2026 beobachtet er als Chief Innovation Officer, wohin sich Technologie und Märkte entwickeln. Er sucht nach neuen Einsatzfeldern und vor allem nach Business Value für Kunden. Besonders beschäftigt ihn die Frage, wie aus Entwicklungen wie AI ein messbarer Wert für ein Unternehmen entsteht.
Jan Hachenberger zählt zu den „10 Most Iconic Business Leaders of the Year 2026“
„Mit dieser Auszeichnung habe ich ehrlich gesagt nicht gerechnet“, sagt Dr. Jan Hachenberger. „Ich beschäftige mich jeden Tag mit Digitalisierung, Technologie und Transformation. Umso mehr freut es mich, dass dieses Engagement auch außerhalb des eigenen Umfelds wahrgenommen wird.“
Innovation muss sich rechnen
„Wir verkaufen keine Technologie, wir verkaufen belastbare Business Cases“, sagt er. „Vom Innovationsportfolio über wiederverwendbare Assets bis zu unseren Go-to-Market-Botschaften: Alles, was ich als CINO tue, soll die Lücke zwischen einer neuen Technologie und einer Zahl schließen, die ein CFO unterschreiben kann.“
Seine Haltung führt er auch auf seine Herkunft zurück. Er wuchs in der ehemaligen DDR auf und lernte früh, mit knappen Mitteln auszukommen. „Wenn man wenig hat, muss man Wege finden, sein Ziel trotzdem zu erreichen“, erklärt er. Einschränkungen sind für ihn deshalb der Ausgangspunkt für Lösungen. Die Leistungen der Gruppe betrachtet er regelmäßig aus Kundensicht, sucht nach den Ursachen von Brüchen und wägt Aufwand und Nutzen gegeneinander ab. Dass sich der Wert einer Innovation oft erst nach längerer Zeit zeigt, nimmt er dabei bewusst in Kauf.
Vom Strategieberater zum Chief Innovation Officer
Vor seiner heutigen Rolle war Jan Hachenberger Director Strategy Consulting bei der GROUP. In den vergangenen vier Jahren hat er mehrere Einheiten aufgebaut: das Performance-Strategy-Team mit 25 Mitarbeitenden, die CIO Advisory Practice, den CIO Circle und die Strategy Fellows. Als CINO möchte er nun die gesamte Organisation prägen, damit Experimentierfreude, Pragmatismus und der Fokus auf Kundennutzen zum Standard werden.
Seine Vision für die Gruppe ist klar umrissen: Die TIMETOACT GROUP soll der relevanteste IT-Dienstleister werden, mit dem größten Nutzen für ihre Kunden und zugleich ein Unternehmen, in dem die Zusammenarbeit am meisten Freude macht. Größe ist für ihn kein Selbstzweck. „Mir geht es darum, dass Kunden uns vertrauen und dass unsere Leute bei uns wachsen können“, sagt er.
Praxis als CDIO bei KWC Professional
Ein prägendes Kapitel war sein Interimsmandat als CDIO beim Schweizer Unternehmen KWC Professional, das im Juli 2024 begann. Er verantwortete ein Build- und Run-Budget von rund 6 Millionen Schweizer Franken, ein Kernteam von zehn Personen und mehr als zwanzig externe Mitarbeitende. Gemeinsam mit seinem Team senkte er die Betriebskosten deutlich, gestaltete das IT Service Management neu, baute einen Service Delivery Hub in den Vereinigten Arabischen Emiraten auf und begleitete den Carve-out von KWC Home.
„Als Berater kann man gute Ideen haben, findet aber nicht immer jemanden, der sie umsetzt will“, sagt Hachenberger. „Diesmal musste ich das selbst sein. Das Mandat war für mich enorm wertvoll, weil ich jeden Tag mit meinen eigenen Ideen leben musste.“ Eine AI-Sandbox für kleine Mikrolösungen im CIO-Alltag, die er dort aufbaute, wurde zum Ausgangspunkt der Asset-based-Consulting-Angebote der TIMETOACT GROUP.
Standards, Strategy Fellows und eigene Inhalte
Seine Ideen trägt Jan Hachenberger auf mehreren Wegen über die Gruppe hinaus. Seit 2016 ist er Mitglied der ISO-Arbeitsgruppe JTC1/SC7/WG21 und dort als Editor tätig. Aktuell arbeitet er an einem Metastandard für Technology Portfolio Management. „Folgen Organisationen einem Standard, wird aus der Meinung einer einzelnen Person eine weltweit anerkannte Arbeitsweise“, erklärt er.
Innerhalb der GROUP leitet er die Strategy Fellows. Gemeinsam mit Vordenkerinnen und Vordenkern aus der Gruppe entwickeln sie die strategische Technologievision und tragen sie in ihre Bereiche und Kundenprojekte. Seit 2022 betreibt er außerdem unter dem Namen „IT Skunk Works“ den Podcast und YouTube-Kanal „IT Asset Management and More“. Mit „Project Darkline“ (2025) und dem Folgeband „LYRA Rising“ hat er zudem zwei Romane aus dem Bereich Near-Future-Cybercrime veröffentlicht. Die englischen Ausgaben erscheinen 2027.
Was als Nächstes kommt
Für die kommenden Jahre hat sich Jan Hachenberger drei Vorhaben gesetzt. Er will die Asset-based-Consulting-Angebote skalieren, damit Kunden von AI-Experimenten zu Lösungen gelangen, die sich auszahlen. Mit Technology Portfolio Management sollen Unternehmen eine gemeinsame Grundlage erhalten, um zu entscheiden, in welche Technologien sie investieren und wann sie sich von welchen trennen. Und über die Strategy Fellows soll dieses Denken in jedes Kundengespräch einfließen.
Angehenden Innovatorinnen und Innovatoren rät er, ihren Ideen zu vertrauen und sie zu prüfen. „Eine Idee ist immer ein Signal, dass etwas nicht passt und besser gemacht werden könnte“, sagt Hachenberger. „Schaut also genau hin, und wenn ihr in einer Veränderung echten Nutzen seht, steckt eure Energie hinein. Ein befreundeter CIO hat einmal gesagt: Done is better than perfect. Für Innovation gilt das ganz besonders.“
Mehr über Jan Hachenbergers Werdegang, seine Innovationsvision und seine Pläne für die Zukunft erfahren Sie in der vollständigen Titelstory von CIO Views.